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19.01.2010: Chinas Konjunktur hat im letzten Quartal 2009 beträchtlich an Fahrt gewonnen und ist ersten Angaben zufolge um 10,8% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal gewachsen (China Daily, 16.1.10). Damit ergäbe sich für das gesamte Jahr ein Wachstum von 8,5%, um 0,5% mehr  als die Zielvorgabe der Regierung. Sollten sich diese Zahlen bestätigen, dann hätte China Japan von Platz 2 der Weltrangliste der größten Volkswirtschaften verdrängt oder hätte zumindest gleichgezogen.  Denn das japanische  Bruttoinlandsproduk (BIP) schrumpfte 2009 vermutlich um sechs Prozent.

China hatte – bezogen auf das BIP – das weltweit größte Konjunkturprogramm aufgelegt, sofort umgesetzt und die Weichen in Richtung Binnenmarkt gestellt.  Insbesondere der Privatkonsum konnte erheblich gesteigert werden. Der Konsum der Landbevölkerung stieg um 15,5%, teilweise stimuliert durch Konjunkturanreize der Regierung (Kaufanreize für landwirtschaftliche Maschinen, PKW und Haushaltsgeräte). Den Hauptgrund sieht der Ökonom Xu Xiaoquing, vom Zentrum für Enwicklungsforschung beim Staatsrat, jedoch  im kontinuierlichen Anstieg der Einkommen der chinesischen Bauern. Deren durchschnittliches Einkommen stieg seit 2004 um sechs Prozent pro Jahr. „Der Konsum in ländlichen Gebieten wird auch in diesem Jahr eine kräftige Wachstumstriebkraft bleiben, da auch die Regierung mit ihrer Stimulierungspolitik fortfährt“, sagte Xu.

Bei der städtischen Bevölkerung erhöhten sich die Konsumausgaben um 15,2%, womit der gesamte Privatkonsum im vergangenen Jahr um 15,3% stieg. Nach Angaben von Yao Jian, Sprecher des Wirtschaftsministeriums, zählte der Konsum der Privathaushalte für 51 % des Wirtschaftswachstums des vergangenen Jahres. Stark gestiegen ist infolge des Konjunkturprogramms auch der Staatskonsum, der auch die staatlichen Investitionen in Infrastrukturprojekte, zur Energieeffizienz und in den Umweltschutz beinhaltet. Mit dem gesteigerten Privat- und Staatskonsum konnte der Einbruch beim Export in Höhe von 16 % ausgeglichen werden. Dass der chinesische Binnenmarkt zunehmend an Attraktivität gewinnt, zeigen auch ausländischen Direktinvestitionen in China, die seit Mitte des Vorahres wieder sprunghaft ansteigen und sich zunehmend auf den chinesischen Markt orientieren.
Hohe Wachstumsraten trotz globaler Finanz- und Wirtschaftskrise, steigende Einkommen der Privathaushalte, Ausbau des sozialen Netzes, massive Investitionen in den Umweltschutz, …  – China wird zunehmend zur Herausforderung für den westlichen Metropolenkapitalismus.

Text: fresch

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