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Opel Logo09.07.2018: Die französische Zeitung "Le Monde" berichtet, die Opel-Mutter PSA wolle Teile des Entwicklungszentrums verkaufen. Diese Zeitungsmeldung, überraschte den Opel-Betriebsrat und die Belegschaft.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug: "Es wurde bekannt, dass Papiere vorliegen, die klar dokumentieren, wie fortgeschritten die Gespräche sind, und dass die Geschäftsleitung bewusst nur die halbe Wahrheit oder die Unwahrheit sagt. Die Empörung in der Belegschaft ist riesengroß."

Bei der Übernahme von Opel durch die PSA-Gruppe im vergangenen Jahr gab es bei vielen Opelaner*innen und dem Betriebsrat offenbar viel Illusionen über die zukünftige Entwicklung.

Gerade deshalb schlug der "Le Monde"-Bericht wie eine Bombe ein. Eine Zeitung schrieb: "Den Betriebsrat hat es kalt erwischt".

Marktbeobachter wie Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen vermutet eine durchdachte Strategie. "Aus Sicht von PSA könnte es sinnvoll sein, Opel umzubauen in Richtung einer "Hülle für Citroen- und Peugeot-Fahrzeuge“. PSA habe sich mit Opel einen Absatz von 1,2 Millionen Neuwagen quasi "dazugekauft“. Die Eigenständigkeit des Entwicklungszentrums sei für diese Strategie nicht essentiell.

Insgesamt sind im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim 7.700 Ingenieure beschäftigt. Der französische PSA-Konzern hatte Opel erst im vergangenen Jahr für 1,3 Milliarden Euro vom US-Autobauer General Motors (GM) übernommen. 4.000 Arbeitsplätze stehen jetzt auf dem Spiel.

Von den 3.700 Stellen, die Opel an seinen deutschen Standorten abbauen will, entfallen allein rund 3.000 Arbeitsplätze auf den Stammsitz in Rüsselsheim. Aktuell beschäftigt der Opel in Rüsselsheim noch rund 14.000 Mitarbeiter. (Es waren einmal 42.000).

Opel PSA GMIm Zuge der "Sanierung" sollen jetzt etwa 21% der Stellen wegfallen. Auf die Standorte Eisenach und Kaiserslautern entfallen dem bekanntgewordenen Plan zufolge 450 beziehungsweise 200 Stellen, die abgebaut werden sollen.

Die Opel-Mitarbeiter*innen fühlen sich betrogen, nachdem die Pläne für den Teilverkauf des Entwicklungszentrums bekannt wurden. Viele Tausend Kolleginnen und Kollegen auf einer turbulenten Betriebsversammlung fürchten nun den Ausverkauf des Unternehmens.

Opel VEBDie Stimmung unter den Opeler*innen ist kämpferisch. Der Betriebsrat: "Jedem von uns ist klar: Das Herzstück von Opel ist die Entwicklung. Eine Markenidentität der Marke Opel gibt es nur, wenn es auch eine Entwicklung gibt, die diesen Namen verdient. Wir haben die Befürchtung, dass das der Ausverkauf von Opel ist.“

Die PSA-Besitzer lavieren. Der Betriebsrat: "Diesem Vorstand und PSA glauben wir kein Wort mehr“.

Die Kreisverwaltung Groß-Gerau: "Der Ausverkauf des innovativen Zentrums trifft das Unternehmen ins Mark - es nimmt vielen hochqualifizierten Ingenieuren die beruflich Initiative.“

Man macht sich Sorgen um die Zukunft des Automobilstandorts Rüsselsheim.

Im "blickpunkt", der Zeitung der DKP in Mörfelden-Walldorf wurde ausführlich berichtet.

txt: Rudi Hechler

 

Herbst der Solidarität

29. September, 12 Uhr, Hamburg, Rathausmarkt:
Das Netzwerk »We'll Come United« ruft zur Demo »Vereinigt gegen Rassismus« auf
Demo Logo Unidet against racismhttps://www.welcome-united.org/de/well-come-united/


3. Oktober, 13 Uhr, München, Odeonsplatz
das Netzwerk »ausgehetzt« sowie das Bündnis »NoPag« rufen zu einer Großdemonstration unter dem Motto »Gemeinsam gegen die Politik der Angst« auf Demo Logo Jetzt giltshttp://gemeinsam-fuer-menschenrechte-und-demokratie.de/jetzt-gilts-gemeinsam-gegen-die-politik-der-angst


6. Oktober, 11 Uhr, München, Königsplatz
das Aktionsbündnis "Artgerechtes München" ruft zur Demo für eine ökologische, tiergerechte und bäuerliche Landwirtschaft und gesundes Essen, saubere Luft und Klimaschutz.Demo Logo Mia hams satthttps://www.miahamssatt.de/


13. Oktober, 12 Uhr, Berlin, Alexanderplatz
#unteilbar Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!
Über 5.000 Organisationen und Einzelpersonen unterstützen den Aufruf »für eine offene, freie und solidarische Gesellschaft– Solidarität statt Ausgrenzung!« und halten dagegen, "dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden".Logo unteilbar Demohttps://www.unteilbar.org/


Neben den Großmobilisierungen führt die »Seebrücke«-Bewegung in den kommenden Wochen weitere örtliche Aktionen gegen das Sterben im Mittelmeer und für "ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen" durch Seebruecke Stoppt das Sterbenhttps://seebruecke.org/


und auch die Aktionen gegen die Abholzung des Hambacher Forstes gehen weiter
Hambacher Wald 2018 09 16 7https://hambacherforst.org/

 


Der Kommentar

Francis Wurtz: Sahra Wagenknecht spielt mit dem Feuer!

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25.09.2018: Francis Wurtz, Politiker der Französischen Kommunistischen Partei PCF, hat in einem Kommentar auf seinem Blog seine Bedenken gegenüber der Position von Sahra Wagenknecht zu Migranten zum Ausdruck gebracht und ihre Position kritisiert:

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Im Interview

"Die Migranten sind die Flüchtlinge eines Wirtschaftskrieges"

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 24.09.2018: Zur Eröffnung des EU-Gipfels am Donnerstag (20.9.) in Salzburg teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk zufrieden mit, dass die Zahl der Flüchtlinge sinke. Er meinte die Zahl, die lebend die EU erreicht, denn die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Hunger oder Elend müssen, steigt kontinuierlich an. Sie werden als "Wirtschaftsflüchtlinge" diffamiert, ...

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marxistische linke

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mit Heinz Bierbaum, Mitglied im Politischen Sekretariat der Partei der Europäischen Linken (EL)

 

Samstag, 20. Oktober 2018, 14 Uhr
in Frankfurt/ Main
Jugendherberge, Deutschherrnufer 12

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Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

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