Kapital & Arbeit
Tools
PDF

verdi Post Warnstreik 2018 0223.02.2018: Rekordgewinn der Deutschen Post ++ Post-Chef Frank Appel sieht troztzdem keine Spielräume für Lohnerhöhungen ++ Warnstreiks

Nicht nur die Anleger von BlackRock – dem größten Einzelaktionär der Post – freuten sich über die durch Post-Vorstandsvorsitzenden Frank Appel verkündeten Ergebnisse des 2. Quartals 2016. Die Aktie der Deutsche Post DHL Group legte erneut zu, weshalb das Handelsblatt am 03.08.2016 meldete: "Der gelbe Riese aus Bonn bricht Rekorde".

Und in der Tat, die von Appel verkündeten Konzernergebnisse bestätigen diese Meldung. Der Konzern-EBIT stieg zum Ende des 2.Quartals 2016 um 40 Prozent auf 752 Millionen Euro, während der Umsatz um 3,5 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro gesunken ist. Doch das sei auf die sogenannten "Sondereffekte" zurückzuführen. Deshalb wurde die EBIT-Prognose für das Gesamtjahr 2016 auf 3,4 Milliarden Euro bis 3,7 Milliarden Euro erneut bekräftigt. Die Welt dürfte also in Ordnung sein für die weltweiten Postaktionäre. 67 Prozent der Postaktien sind in den Händen weltweiter Anleger, wovon sich ein großer Teil in den Händen des weltweit größten Investmentfonds BlackRock befindet.

Doch ist die Welt auch für die Postbeschäftigten so rosig?

Appel hat wohl befürchtet, dass das viele Beschäftigte nicht so sehen würden und schreibt deshalb in seinem Brief an die Beschäftigten:

"Das erste Halbjahr 2016 war für DPDHL Group ein Erfolg. Mir ist jedoch klar, dass manche von Ihnen beim Lesen der Finanzkennzahlen vielleicht das Gefühl haben, die Situation in Ihrem Umfeld decke sich nicht mit diesen guten Ergebnissen. In manchen Bereichen machen sich Kosteneinsparungen für den Einzelnen schmerzhaft bemerkbar. In manchen Regionen belastet das wirtschaftliche Umfeld die Geschäftsentwicklung und der Ausblick erscheint nicht rosig. Vielleicht glaubt der eine oder andere auch, dass von den guten Ergebnissen nur unsere Investoren profitieren, nicht jedoch das Arbeitsumfeld."

Inzwischen erhielten die Postbeschäftigten weitere Briefe aus der Bonner Konzernzentrale mit unterschiedlichen Botschaften.

Einerseits wird gedankt für super Leistungen im Starkverkehr 2017, damit ist vor allem der Weihnachtsverkehr gemeint und sein Beitrag zu einem weiteren Rekordjahr. Doch die kalte Dusche erfolgte gleich mit, der Konzernchef, der selbst um die knapp 10 Millionen im Jahr einsteckt, sieht keine Spielräume für Lohnerhöhungen in Deutschland, denn "ein großer Teil des Gewinns wird im Ausland erwirtschaftet".

Ver.di fordert sechs Prozent mehr Lohn für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten der Post. Zudem sollen Angestellte künftig die Möglichkeit bekommen, einen Teil der Entgelterhöhung in freie Zeit umwandeln zu können.

In den inzwischen drei stattgefundenen Verhandlungsrunden legte die Post nicht nur kein vernünftiges Verhandlungsangebot vor, so soll es in 2018 noch nicht einmal eine lineare Erhöhung geben. Um da ein Umdenken zu erreichen ruft ver.di nun die Postbeschäftigten zu Warnstreiks auf. Uwe Speckenwirth, Landesfachbereichsleiter Postdienste der Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen, begründete die Entscheidung zum Streik so: "Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist am Ende."

Am 26. und 27. Februar treffen sich Vertreter*innen von Gewerkschaft und Konzern zu neuen Gesprächen. Mit Warnstreiks sollen die Konzernvertreter*innen zum Einlenken gebracht werden.

txt: Werner Siebler
foto: ver.di


 siehe auch

Herbst der Solidarität

29. September, 12 Uhr, Hamburg, Rathausmarkt:
Das Netzwerk »We'll Come United« ruft zur Demo »Vereinigt gegen Rassismus« auf
Demo Logo Unidet against racismhttps://www.welcome-united.org/de/well-come-united/


3. Oktober, 13 Uhr, München, Odeonsplatz
das Netzwerk »ausgehetzt« sowie das Bündnis »NoPag« rufen zu einer Großdemonstration unter dem Motto »Gemeinsam gegen die Politik der Angst« auf Demo Logo Jetzt giltshttp://gemeinsam-fuer-menschenrechte-und-demokratie.de/jetzt-gilts-gemeinsam-gegen-die-politik-der-angst


6. Oktober, 11 Uhr, München, Königsplatz
das Aktionsbündnis "Artgerechtes München" ruft zur Demo für eine ökologische, tiergerechte und bäuerliche Landwirtschaft und gesundes Essen, saubere Luft und Klimaschutz.Demo Logo Mia hams satthttps://www.miahamssatt.de/


13. Oktober, 12 Uhr, Berlin, Alexanderplatz
#unteilbar Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!
Über 5.000 Organisationen und Einzelpersonen unterstützen den Aufruf »für eine offene, freie und solidarische Gesellschaft– Solidarität statt Ausgrenzung!« und halten dagegen, "dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden".Logo unteilbar Demohttps://www.unteilbar.org/


Neben den Großmobilisierungen führt die »Seebrücke«-Bewegung in den kommenden Wochen weitere örtliche Aktionen gegen das Sterben im Mittelmeer und für "ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen" durch Seebruecke Stoppt das Sterbenhttps://seebruecke.org/


und auch die Aktionen gegen die Abholzung des Hambacher Forstes gehen weiter
Hambacher Wald 2018 09 16 7https://hambacherforst.org/

 


Der Kommentar

Ohne Migration… zu Seehofer und der »Mutter aller Probleme«

Ohne Migration… zu Seehofer und der »Mutter aller Probleme«

Kommentar von Tom Strohschneider          

06.09.2018: Nachdem sich Bundesinnenminister Horst Seehofer zu den Vorfällen in Chemnitz lange nicht geäußert hatte, äußerte er nun Verständnis für die rechten Demonstrant*innen. Er habe Verständnis, wenn sich Leute empören, das mache sie noch lange nicht zu Nazis, so Seehofer lt. welt und ARD . "Die Migrations...

weiterlesen

Im Interview

"... bemüht, alle zu Einzeltätern zu machen"

16.08.2018: Nach fünf Jahren endete der NSU-Prozess in München mit einem Urteil für die fünf Angeklagten. Wir sprachen darüber mit dem Rechtsanwalt Alexander Hoffmann, Nebenklage-Vertreter einer Geschäftsfrau aus der Keupstraße in Köln, wo eine Nagelbombe explodiert war.

weiterlesen

marxistische linke

Kampfplatz Verkehrswende: Die Autogesellschaft ist ein rechtes Projekt

Kampfplatz Verkehrswende: Die Autogesellschaft ist ein rechtes Projekt

von Sabine Leidig (*)   
27.07.2018: Kaum ein anderes Thema offenbart die Parallelen zwischen AfD, CDU/CSU und FDP so, wie die Debatte um drohende Fahrverbote. Und während im globalen Süden die Leute verrecken, kämpft die Rechte hier zu Lande für den Fortbestand der imperialen Lebensweise in Form dicker Automobile.

weiterlesen

Dossier "Linke Strategien"

Im Dossier "Linke Strategien" sind Artikel zusammengestellt, die auf kommunisten.de in verschiedenen Rubriken erschienen sind und sich mit Fragen linker Strategie, Neuformierung der Linken, etc. befassen.

Zum Dossier