Aus den Bewegungen
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OM2012_Wedel_HSt09.04.2012: Kurz vor dem offiziellen Start zum Auftakt des Ostermarsches: Eine kleine Gruppe von etwa 20 Demonstranten hatte sich auf dem Wedeler Ratshausplatz versammelt, einige Helfer bliesen blaue Luftballons mit der weißen Friedenstaube auf, andere verteilten Flugblätter, und ein Junge kickte einsam und unverdrossen einen Fußball gegen die Mauer vor dem Verwaltungsgebäude. Anfangs schien es, als ob es bei der traditionellen Veranstaltung des Friedensnetzwerks Kreis Pinneberg in diesem Jahr einen Minusrekord hinsichtlich der Teilnehmerzahl geben würde. Doch dann erhellten sich die Mienen der Organisatoren, denn langsam füllte sich der Platz: Knapp 100 Demonstranten zählte Irmgard Jasker von der Friedenwerkstatt Wedel am Sonnabendvormittag auf dem Areal an der Bahnhofstraße.

Gleich drei Redner sprachen zum Motto der Veranstaltung "Weil wir Frieden wollen, müssen wir uns gegen jede Kriegspolitik wehren". Den Anfang machte Heinz Stehr von der Friedenswerkstatt. Die Menschheit brauche einen internationalen Politikwechsel, hin zu einer Politik des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit, zu mehr Freiheitsrechten und gegen jede Art von Rassismus und Faschismus, forderte der bekennende Marxist und Kommunist. Es sei "gut und richtig", wenn Nobelpreisträger Günter Grass jetzt seine Stimme gegen den möglichen Krieg im Nahen Osten erhebe. Sein mutiges Gedicht fordere eine sofortige Beendigung aller Kriegsvorbereitungen. Antisemitismusvorwürfe gegen Grass seien nicht nachvollziehbar.

In die gleiche Kerbe schlug Hauptredner Norman Paech. "Endlich und spät, aber nicht zu spät, hat Grass gesagt, was gesagt werden muss, gegen das verbreitete Schweigen, gegen die Heuchelei und Doppelmoral des Westens, gegen die Lügen", so der Rechtswissenschaftler und Völkerrechtler. Und: "Unsere Forderungen sind immer wieder die alten, bis sie erfüllt sind: Von Deutschland darf nie wieder Krieg ausgehen, auch nicht durch den Export von Waffen."

Anschließend zogen die Teilnehmer vom Rathausplatz durch die Innenstadt. Bei einem Zwischenstopp forderte Uta Amer von der Friedenswerkstatt den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan sowie von allen anderen Auslandseinsätzen. Auf dem Theaterschiff Batavia wurde zum Abschluss ein Fest mit Musik, Aktionen für Kinder und Diskussionen gefeiert.

Text/Foto: HSt

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